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    Fördermittelbescheid für Stadtbibliothek Kulturbeigeordneter Prof. Dr. Matthias Puhle hat am 23. August 2017 einen Fördermittelbescheid in Höhe von 30.000 Euro von Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär für Kultur, entgegengenommen. Das Land Sachsen-Anhalt fördert damit...
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    BürgerBüro Mitte am 23. August geschlossen Das BürgerBüro Mitte in der Leiterstraße 2a ist am Mittwoch, den 23. August, geschlossen. Grund sind unter anderem Vorbereitungen auf die Eröffnung des BürgerBüros Süd. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...
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    Informationsveranstaltung zur Umgestaltung der Karl-Schmidt-Straße Das Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg und die BauBeCon Sanierungsträger GmbH laden am kommenden Mittwoch, den 30. August 2017, um 17.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in der Schönebecker Straße 29/30 ein....
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    26. Magdeburger Literaturwochen Die Landeshauptstadt und das Literaturhaus laden vom 30. August bis 15. Oktober 2017 zu den 26. Magdeburger Literaturwochen ein. Eröffnet werden die kulturellen Wochen am 30. August, um 19.30 Uhr im Gartensaal...

Stefan Harter berichtete in der Volksstimme vom 25.02.2012 folgendes:

Volksstimme vom 25.02.2013Ein gesunder Apotheker als bestes Vorbild
(Gert Fiedler ist auch Vorstandsmitglied beim BfS)

24 Stunden Stadtfeld. 24 spannende Geschichten aus Magdeburgs einwohnerreichstem Stadtteil. Mehr als 25 000 Menschen leben, arbeiten, spielen und lernen hier. Die Volksstimme begleitet einige von ihnen. Folge 19: Von 0 bis 1 Uhr beim Apotheken-Notdienst..

Zur Begrüßung gibt es erst einmal eine heiße Tasse Zistrosen-Tee. „Der riecht zwar muffig, hilft aber“, meint Gert Fiedler, seines Zeichens Apotheker in der Stadtfelder Adler-Apotheke. Und wer will einem Fachmann schon widersprechen? In dieser Nacht übernimmt er den Notdienst. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben, die knapp 60 Apotheken in Magdeburg teilen ihn sich untereinander auf. Früher versorgten vier Stellen die Stadt, heute sind es nur noch zwei, eine relativ zentral gelegen, die andere in den Außenbezirken. Im Umland müssten die Apotheken sogar jeweils eine Woche in den Nachtdienst.

So kommt es, dass Gert Fiedler „nur“ alle drei Wochen durch die kleine Luke neben der Eingangstür schniefende Menschen begrüßt. Dass er selbst als Chef sich die Nacht um die Ohren schlägt, hat einen einfachen Grund. „Kommt kein Patient, verdiene ich auch nichts. Mein Personal müsste ich aber trotzdem bezahlen“, erklärt er. In einer normalen Nacht kommen 20, 30 Patienten, am 1. Weihnachtstag waren es aber 560.

Der Apothekerberuf heute scheint wenig attraktiv, es gibt kaum mehr Bewerber, meint Fiedler. „Die Studentenzahlen werden auch in Zukunft nicht den Bedarf decken“, sagt er. Dabei bilde er selbst aus, nur verschwinden seine Lehrlinge nach der Ausbildung in den Westen.

Nach einer halben Stunde kommt der erste Kunde. Ein Mann mit einer Wunde im Mund, wie Fiedler anhand des Rezeptes erkennt. Er wurde in der Uni-Klinik versorgt und bekommt von ihm jetzt ein Antibiotikum, um Entzündungen im Mundraum zu verhindern. Er wünscht dem Mann gute Besserung und gibt ihm noch einige Anwendungstipps: „Alle acht Stunden nehmen, am besten nicht ganz nüchtern.“

Dann zeigt er die Rezeptzettel des bisherigen Abends. Wanzleben, Colbitz, Schönebeck, Biere – sogar aus dem Umland kommen die Leute bis nach Stadtfeld für ein wenig Linderung ihrer Beschwerden. Auf ein Drittel schätzt Fiedler den Anteil der Umland-Kunden. Die Dichte ist dort einfach nicht so groß, das Angebot oft kleiner, meint er.

Fiedler bezeichnet sich als Ur-Stadtfelder, kämpft als solcher auch für oder gegen neue Projekte im Stadtteil. In diesem Jahr hat er Grund zu feiern, „seine“ Apotheke wird am 23. Oktober 120 Jahre alt. Obwohl er sie erst 1987 übernommen hatte, geht ihre Geschichte viel weiter zurück. „Früher war sie ein paar Häuser weiter westlich, in dem Haus hier saß die Commerzbank. Im Keller gibt es noch den alten Tresor“, erzählt er. Der gefiederte Name stamme ebenfalls aus dem Preußentum, das sei damals der Zeitgeist gewesen, sagt er.

Nach der Wende war er einer der ersten drei Apotheker im Land, die sich selbstständig machten. Aber nicht nur das hat sich geändert. Das letzte Arzneimittelverzeichnis der DDR ist ein relativ dünnes rotes Büchlein. Für das aktuelle Verzeichnis, die Rote Liste 2012, braucht man zwei Hände, so dick ist es.

Wird denn ein Apotheker eigentlich auch mal krank? „Toi, toi, toi, aber seit zehn Jahren habe ich nichts gehabt“, meint er. Das Geheimnis sei, die Anzeichen zu erkennen und rechtzeitig mit geeigneten Mitteln vorzubeugen, sagt der bekennende Vitamin C-Fan. Als allgemeiner Rat gilt immer noch der Spruch: „Man soll das tun, was auch der Apotheker tut.“

Nach wie vor wird das klassische Handwerk im Keller verrichtet, eine Kollegin mischt dort pro Tag 10 bis 15 Cremes aus verschiedenen Stoffen an. Als klassischer Schulmediziner hat er inzwischen auch gelernt, alternative Methoden wie Homöopathie zu akzeptieren. In der „grünen Ecke“ berät eine Fachfrau die Kunden.

Kurz vor 1 Uhr drückt eine junge Frau auf die Notdienstklingel. In Gummistiefeln und unübersehbar schwanger, bittet sie ebenso unüberhörbar um ein Schnupfenmittel. „Ich wollte meinen Mann nicht wecken“, erklärt sie mit verstopfter Nase. Gert Fiedler versorgt sie mit Nasenspray und wünscht ihr gute Besserung. Dann widmet er sich wieder einem

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