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Von Birgit Ahlert berichtete in der Volksstimme vom 28.02.2013 folgendes:

Emotionale Debatte mit Kritik und Applaus

Volksstimme vom 28.02.2013Leidenschaft lich und emotional ging es zu am Dienstagabend in der Aula der IGS Willy Brandt. Die GWA Stadtfeld-Ost hatte die Frage nach der Zukunft der Schule auf die Tagesordnung gesetzt, angesichts bevorstehender Änderungen in der Schullandschaft , um die es heute auch im Stadtrat geht.

Nur wenige Stühle blieben unbesetzt in der Aula der Integrierten Gesamtschule Willy Brandt. Eltern von IGS- wie von Grundschulkindern waren gekommen, Schüler- und Elternvertreter, der Stadtelternrat, Anwohner. Ihr gemeinsames Anliegen: Für Stadtfeld eine Schule mit gymnasialer Oberstufe, in der es Platz gibt für alle, die dort lernen wollen. Dazu hatte die Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit (GWA) auch Stadträte eingeladen. Zwei sind gekommen, haben über Alternativen mitdiskutiert und über Hintergründe aus dem Bildungsausschuss informiert.

Vorab hatten sich die Stadträte Burkhard Lischka (SPD), Gunter Schindehütte (CDU) und Carola Schumann (FDP) in einem gemeinsamen Schreiben an die Redaktion von der Veranstaltung distanziert, u.a. weil die IGS „zu Stadtfeld-West gehört und somit außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der GWA Stadtfeld-Ost liegt“. Es sei eine „Showveranstaltung des GWA-Sprechers … Die Weichen für die zukünftige Beschulung der IGS-Schüler sind durch die Drucksache I0036/13 des Oberbürgermeisters gestellt.“ Auch ein Vertreter der städtischen Schulverwaltung (FB 40) fehlte. Durch das Fernbleiben wollte die Stadt eine „unnötige Polarisierung vermeiden“, hieß es. Die Fakten liegen schließlich vor und sollen heute im Stadtrat beschlossen werden.

 

Besagte Drucksache enthält u.a. das Vorhaben, „überschüssige“ IGS-Bewerber wie von der „Willy Brandt“ zum Neustädter See an die IGS „Regine Hildebrandt“ zu verweisen, wo ein Nachbargebäude ausreichend Platz bietet. Das sorgt für Aufregung. „Eltern entscheiden sich bewusst für eine Schule, nachdem sie sich mit den Konzepten auseinandergesetzt haben“, begründet Elternvertreter Detlef Rusch. „Mit der Stadtentscheidung wird über den Elternwillen hinweggegangen, das ist nicht hinnehmbar.“ Die Brandt-IGS hat nicht genug Platz für alle Bewerber, kann maximal 112 aufnehmen. Also sollen die Plätze dort verlost werden. Nach Hochrechnung von Schulleiterin Corinna Ulitzka wird es für das neue Schuljahr bis zu 120 Kinder geben, deren IGS-Wunsch abgewiesen werden muss. Da es Gesetzesanspruch auf eine Schulform nach Elternwahl gibt, sollen die „übrigen“ Schü- ler zur Hildebrandt-IGS gehen.

Der Vater eines Grundschulkindes kritisierte den langen Weg: „Von uns bis zu dieser Schule sind es 1 Stunde 12 Minuten, von Sudenburg aus – wie machen das die Kinder aus Fermersleben oder Lemsdorf?“ Der Schulweg soll gesetzlich nicht länger als 40 Minuten dauern. Mit bis zu acht 5. Klassen bekomme die IGS Regine Hildebrandt eher „Kombinatscharakter“, meinte u.a. Rosemarie Hein. Die Stadträtin (Die Linke) favorisiert, „beide Schulen gleichstark wachsen zu lassen“, mit gleichem Anrecht. „Das Konzept IGS hat sich bewährt und ist gefragt in Magdeburg“, betont Hein. Also muss die Platzfrage geklärt werden – das Hauptproblem für die „Willy Brandt“, aber nicht nur für sie. Im selben Gebäude sind Grundschule Am West ring und Hort untergebracht. Auch sie brauchen zunehmend Raum. Denn in Magdeburg steigen entgegen deutschlandweitem Trend die Schülerzahlen, um rund 600 in den nächsten sieben Jahren. Diskutiert wurde die Äußerung des Oberbürgermeisters, „die meisten Eltern wählen die IGS, weil es die bessere Sekundarschule ist. Das ändert sich mit der Gemeinschaftsschule.“ Lehrer, Eltern und Schülervertreter betonten den Unterschied zwischen Gesamtschule (IGS) und Gemeinschaftsschule. „Wer denkt, IGS ist eine bessere Sekundarschule, hat das IGS-Konzept nicht verstanden“, fasste GWA-Sprecher Jürgen Canehl zusammen und bekam dafür Applaus. Den gab es auch für zahlreiche Meinungsbeiträ- ge aus den Gästereihen, u.a. für Vorschläge, um die Raumnot zu überwinden (s. rechts). Unterstützung gab es von der GWA Stadtfeld-West: „Das Interesse an einer Schule mit gymnasialer Oberstufe in Stadtfeld endet nicht an einer Stra- ße“, erklärte „Westler“ Gunter Troschke unter Beifall der Anwesenden. Beide GWA sehen sich als gemeinsame Vertreter der rund 25 000 Bewohner in Magdeburgs größtem Stadtteil. Die anwesenden Politiker wurden gebeten, die Vorschlä- ge aus der Diskussionsrunde mit in den Stadtrat zu nehmen. * Das zweite GWA-Sitzungsthema (Umsetzung eines Pavillons) wurde aus Zeitgründen gestrichen, zur Information auf die Volksstimme-Veröff entlichung vom Dienstag verwiesen.

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