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In der Volksstimme vom 24.10.2013 war folgendes zu lesen:

Dieser Mann entschärft die Fliegerbombe

Volksstimme vom 24.10.2013 - Seite 13Volksstimme vom 24.10.2013 - Seite 15

Wenn am heutigen Donnerstag Tausende Menschen von der Gefahrenstelle evakuiert sind, ist er der Bombe ganz nahe: Einsatzleiter Torsten Kresse vom Kampfmittelbeseitigungsdienst wird dem unerfreulichen Fundstück zu Leibe rücken.

Der Idealfall: Die Bombe hat keinen Zünder mehr und kann einfach abtransportiert werden. Oder: Der Zünder lässt sich einfach herausschrauben. Doch die amerikanische Fliegerbombe, die auf der Grünfläche an der Ringrampe in unmittelbarer Nachbarschaft des Busbahnhofs gefunden worden ist, schlummert schon seit fast sieben Jahrzehnten im Erdreich. Eine rostbraune Kruste hat sich um das Metall gelegt, und das ungeliebte Fundstück wird Torsten Kresse und seinen Männern kaum die Freude einer entspannten Arbeit bereiten.

Zünder an Kopf und Heck der Bombe müssen weg

Torsten Kresse ist Leiter beim Kampfmittelbeseitigungsdienst und sagt: „Wir haben ständig mit alter Munition zu tun. Da bin ich sicher nicht aufgeregt – aber auf jeden Fall angespannt.“ Klar – seine Arbeit ist nicht ungefährlich. Nicht umsonst werden in einem Umkreis von 800 Metern Menschen aus der Gefahrenzone gebracht, Straßen gesperrt, Straßenbahnen und Züge in sicherer Entfernung angehalten.

Wenn das der Fall ist, sind Torsten Kresse und seine Kollegen heute an vorderster Front. Ziemlich schnell war klar: „Die 5-Zentner-Bombe verfügt über zwei Zünder – einen Kopf- und einen Heckzünder.“ Am Kopf steht schon fest, dass es sich um ein Standardprodukt des Zweiten Weltkriegs handelt – den Aufschlagzünder M 103. „Hinten konnten wir bislang noch nicht den genauen Typ erkennen“, berichtete Torsten Kresse gestern am Rande der ersten Arbeiten vor Ort. Der Heckzünder ist mit einer dicken Kruste aus Rost und Erde überzogen.

Experten gehen mit Spachtel, Drahtbürste und Spray vor

Immerhin eine gute Nachricht: Es handelt sich bei den Mechanismen um Aufschlagzünder, die aus der Bombe herausgeschraubt werden können. Bei anderen Zündertypen ist eine Sprengung vor Ort unausweichlich.

Im Laufe des heutigen Tages werden er und seine Kollegen mit äußerster Vorsicht vorgehen: Verkrustungen werden mit Drahtbürste, Spachtel und einem Rostlösespray entfernt, damit sich die Zünder aus den Gewinden drehen lassen. Wenn das klappt, dann wird die entschärfte Munition in die Kampfmittelbeseitigungsanlage aus der Stadt gebracht.

Im schlimmeren Fall aber lassen sich die Zünder nicht entfernen. Das kann dazu führen, dass die Bombe nur eine kurze Strecke transportiert werden kann oder gar vor Ort gesprengt werden muss. In diesem Fall ist es die Aufgabe der Kampfmittelbeseitiger, mit dämmenden Materialien – zu denen beispielsweise Stroh zählen kann – für einen bestmöglichen Schutz der umliegenden Gebäude zu sorgen.

Eine 5-Zentner-Bombe kommt den Kampfmittel-Experten gar nicht mal so selten unter, berichtet Torsten Kresse. „Aber an einer solch zentralen Stelle wie hier in Magdeburg passiert das nicht so häufi g.“ Klar ist auf jeden Fall, dass die Bombe gefährlich ist: „Die Sperrungen und Evakuierungen rund um die Fundstelle haben auf jeden Fall ihren guten Grund“, schätzt Torsten Kresse die Situation zwischen dem Ring und Bus- und Hauptbahnhof ein.

In diesem Beruf zählen Wissen und eine lange Erfahrung

Wie Axel Vösterling, Sprecher des Technischen Polizeiamtes berichtet, gab es Einsätze von einer ähnlichen Tragweite in den vergangenen Jahren in Magdeburg beispielsweise einmal beim Schleusenbau. Und auch vor ein paar Jahren am Flugplatz in Köthen, als Tausende Bomben, verpackt in einer Art Streubomben, entschärft werden mussten. Und dass Bombenentschärfungen nicht immer ohne Probleme vonstatten gehen, dass im schlimmsten Fall Menschen ums Leben kommen können, beweisen Beispiele der vergangenen Jahre in München und in Göttingen.

Diese Ereignisse und ähnliche Ereignisse hat Torsten Kresse übrigens zwar nicht allesamt selbst vor Ort miterlebt – aber auf jeden Fall aufmerksam verfolgt. „Meine Arbeit in diesem Beruf habe ich 1989 begonnen – als Munitionsarbeiter“, berichtet er. Im Laufe der Arbeit folgten Schulungen und die weitere technisch-fachliche Ausbildung, so dass der waschechte Magdeburger heute das Wissen und die Erfahrung hat, um die nur allzu oft brenzligen Einsätze des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zu leiten. Er sagt: „Bei all dem darf man nie aus Routine nachlässig werden, muss immer den Respekt vor der Fundmunition behalten.“

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